Warum kleine Unternehmen sehr wohl für Hacker interessant sind

Viele Geschäftsführer:innen kleiner Unternehmen denken: „Wir sind doch zu klein, um für Hacker interessant zu sein." Diese Annahme ist weit verbreitet – und gefährlich. Denn die Realität sieht anders aus: Kleine Unternehmen sind sehr wohl Ziele für Cyberangriffe, oft sogar bevorzugt.

In diesem Artikel zeige ich, warum KMU für Angreifer attraktiv sind, welche Angriffswege typisch sind und was Sie konkret tun können, um Ihre IT-Sicherheit zu verbessern.

Der gefährliche Irrtum: „Wir sind zu klein, um interessant zu sein"

Diese Sätze höre ich häufig:

  • „Wir haben doch keine wirklich wertvollen Daten."
  • „Warum sollte jemand ausgerechnet uns angreifen?"

Dahinter steckt die Vorstellung, dass Hacker gezielt große Konzerne ins Visier nehmen – Unternehmen mit Millionenumsätzen, die in den Schlagzeilen stehen.

Warum diese Annahme so verbreitet ist

Medienberichte verstärken dieses Bild. In den Nachrichten geht es fast immer um:

  • Ransomware-Angriffe auf Großkonzerne
  • Datenlecks bei internationalen Unternehmen
  • Attacken auf Krankenhäuser und Behörden

Die vielen Vorfälle in kleinen Unternehmen tauchen kaum auf – nicht, weil es sie nicht gibt, sondern weil sie medienseitig „zu klein" sind.

Hinzu kommt: Viele kleine Unternehmen haben keine eigene IT-Abteilung. IT-Sicherheit läuft „nebenbei", oft bei jemandem, der eigentlich andere Aufgaben hat. Es fehlt an Zeit und Fokus – also hofft man, dass schon nichts passiert.

Was viele Entscheider übersehen

Was viele übersehen: Angriffe heute sehen selten aus wie im Film.

Es geht nicht um den einen Hacker, der wochenlang ein Ziel beobachtet. Die meisten Angriffe sind vollautomatisiert:

  • Bots scannen permanent das Internet nach Schwachstellen.
  • Sie unterscheiden nicht zwischen 10-Personen-Betrieb und Konzern.
  • Wenn eine Schwachstelle gefunden wird, wird sie ausgenutzt – Punkt.

Ein ungesichertes VPN, ein veraltetes System oder ein schwaches Passwort reichen aus. Der Angreifer weiß vorher nicht, ob er ein kleines Unternehmen oder einen Konzern trifft – und es ist ihm egal.

Wie Angriffe heute wirklich ablaufen

Die Vorstellung vom „Hollywood-Hack" hilft im Alltag nicht weiter. Realistischer ist ein industrieller Prozess.

Automatisierte Massenscans statt gezielter Angriffe

Angreifer nutzen Tools, die kontinuierlich nach:

  • ungesicherten Fernwartungszugängen
  • veralteter Software mit bekannten Sicherheitslücken
  • schwachen Passwörtern
  • offenen Ports oder ungeschützten Datenbanken

suchen. Tausende Unternehmen werden parallel geprüft. Wird eine passende Schwachstelle gefunden, läuft der Angriff automatisch weiter – häufig ohne, dass je ein Mensch die konkrete Firma bewusst auswählt.

Warum Größe bei vielen Angriffen keine Rolle spielt

Für diese Angriffe ist die Unternehmensgröße irrelevant:

  • Der gleiche Exploit funktioniert bei 10 wie bei 10.000 Mitarbeitenden.
  • Ransomware verschlüsselt Daten unabhängig vom Umsatz.
  • Ein offener Fernwartungsport ist bei einem Handwerksbetrieb genauso angreifbar wie bei einem Konzern.

Der Unterschied: Wie gut sind Sie vorbereitet – und wie schnell können Sie reagieren?

Warum KMU für Angreifer attraktiv sind

Für Angreifer haben kleine Unternehmen oft sogar Vorteile:

  • Weniger Schutz: keine dedizierte IT-Abteilung, kein 24/7-Monitoring, selten Security-Audits.
  • Schnellere Erfolgsaussichten: geringerer Aufwand, höhere Wahrscheinlichkeit, dass niemand etwas merkt.
  • Geringere Aufmerksamkeit: kein mediales Echo, weniger Risiko für die Angreifer.
  • Ketteneffekte: viele KMU sind Zulieferer oder Dienstleister größerer Unternehmen – ein idealer „Sprungpunkt".

Typische Schwachstellen in kleinen Unternehmen

Aus meiner Beratungspraxis mit kleinen Unternehmen in Backnang, im Rems-Murr-Kreis und der Region Stuttgart sehe ich immer wieder dieselben Muster.

Ungesicherte Fernwartung und VPN

Fernwartung und VPN sind praktisch – aber nur, wenn sie sauber abgesichert sind. Typische Probleme:

  • Standard-Passwörter, nie geändert
  • veraltete Software mit bekannten Sicherheitslücken
  • offene Ports ohne Monitoring
  • ungenutzte, aber noch aktive Zugänge

Beispiel: Ein Handwerksbetrieb in Backnang wurde Opfer eines Ransomware-Angriffs, weil eine alte Fernwartungsschnittstelle nie richtig abgesichert wurde. Ein Bot fand die Schwachstelle, der Angriff lief automatisiert durch.

Schwache Passwörter und fehlende Zugriffssteuerung

„Passwort123" oder „Firma2024!" sind in vielen KMU noch Realität. Angreifer nutzen Tools, die solche Kombinationen automatisiert durchprobieren.

Dazu kommt fehlende Zugriffssteuerung:

  • Zu viele Mitarbeitende haben „Vollzugriff".
  • Ehemalige Mitarbeitende sind noch im System angelegt.
  • Es gibt keine klare Rollen- und Rechtevergabe.

Wird ein Account kompromittiert, ist oft „alles offen".

Backups, die nie getestet wurden

Viele Unternehmen haben Backups. Wenige testen sie.

  • Laufen die Backups wirklich regelmäßig?
  • Wurde die Wiederherstellung schon einmal geprobt?
  • Wie lange dauert es, bis Sie wieder arbeitsfähig sind?

Ein Dienstleister im Rems-Murr-Kreis dachte, seine Backups seien sicher. Nach einem Ransomware-Vorfall stellte sich heraus: Die Backups liefen, aber die Wiederherstellung funktionierte nicht. Das ist, als hätten Sie einen Feuerlöscher, der nie gewartet wurde.

„Schatten-IT" und gewachsene Strukturen

IT in KMU wächst häufig organisch:

  • Systeme wurden „mal eben" eingerichtet und nie sauber dokumentiert.
  • Altsysteme laufen weiter, obwohl sie niemand mehr aktiv betreut.
  • Niemand hat das Gesamtbild.

Das Ergebnis: Überflüssige Systeme, nicht gepflegte Server, alte Anwendungen – jede davon potentiell eine Schwachstelle.

Drei Praxisbeispiele aus KMU-Sicht

Diese drei Beispiele zeigen, wie real das Risiko ist.

Handwerksbetrieb, 25 Mitarbeitende (Backnang)

Was ist passiert? Ransomware hat zentrale Daten verschlüsselt. Mehrere Tage Stillstand: keine Aufträge, keine Rechnungen, keine Kommunikation.

Ursache: Ungesicherte Fernwartung – Standard-Passwort, keine Zwei-Faktor-Authentifizierung, veraltete Software.

Was hätte geholfen? Ein IT-Sicherheitscheck hätte die Schwachstelle klar benannt. Absicherung oder Abschaltung der Fernwartung wäre mit überschaubarem Aufwand möglich gewesen.

Dienstleister, 30 Mitarbeitende (Rems-Murr-Kreis)

Was ist passiert? Datenleck: Kundendaten und interne Dokumente tauchten im Internet auf.

Ursache: Schwaches Passwort eines Mitarbeitenden + keine Zugriffsbegrenzung. Mit dem kompromittierten Account war fast alles erreichbar.

Was hätte geholfen? Starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine klare Zugriffstrennung („wer braucht was wirklich?").

Produktionsunternehmen, 80 Mitarbeitende (Region Stuttgart)

Was ist passiert? Phishing-E-Mail → Schadsoftware → Produktionsstillstand für mehrere Tage.

Ursache: Mitarbeitende waren nicht geschult, E-Mailsysteme nicht ausreichend geschützt, Sicherheitsupdates verzögert.

Was hätte geholfen? Kombination aus technischer Absicherung (Spam-/Phishing-Schutz) und Schulung der Mitarbeitenden.

Was kleine Unternehmen konkret tun können

Die gute Nachricht: Sie sind dem nicht ausgeliefert. Vieles lässt sich mit überschaubarem Aufwand verbessern.

Basis-Hausaufgaben: Passwörter, Updates, Rechte, Backup-Tests

Bevor Sie an „High-End-Security" denken, sollten die Grundlagen sitzen:

  • Starke Passwörter & Passwort-Manager Für alle Accounts, wo möglich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Regelmäßige Updates Betriebssysteme, Anwendungen, VPN, Firewalls: Veraltete Software ist eine der häufigsten Einfallstore.
  • Zugriffssteuerung Rollen und Rechte sauber definieren, nicht jeder braucht Zugriff auf alles. Ehemalige Mitarbeitende konsequent entfernen.
  • Backups testen Mindestens einmal im Quartal eine Wiederherstellung wirklich durchspielen. Dokumentieren, wie lange es dauert und ob alles wieder da ist.

Externe Perspektive einholen: IT-Sicherheitscheck statt Bauchgefühl

Viele KMU haben nur das Gefühl: „Irgendwie ist das unsicher." Konkrete Antworten fehlen.

Wenn Sie wissen möchten, wo Sie mit Ihrer IT-Sicherheit wirklich stehen, ist ein kompakter IT-Sicherheitscheck für KMU ein sinnvoller Einstieg. In einem Tag erhalten Sie:

  • ein klares Bild Ihrer wichtigsten Schwachstellen,
  • eine priorisierte Maßnahmenliste,
  • und eine Einordnung: Was ist kritisch, was kann warten?

Mehr dazu auf der Seite IT-Sicherheitscheck für KMU – Klarheit in 1 Tag.

Kleine Schritte statt Großprojekte

Wichtig ist, ins Tun zu kommen – nicht das perfekte Großprojekt zu planen.

  • Zuerst die kritischsten Punkte („Rot") angehen – innerhalb von wenigen Tagen.
  • Danach die „Gelben" in 30–60 Tagen.
  • „Grüne" Maßnahmen im Blick behalten und bei Gelegenheit einplanen.

Ein Handelsunternehmen aus Backnang konnte so nach einem IT-Sicherheitscheck: 3 kritische Punkte in 2 Tagen beheben und weitere Maßnahmen in den nächsten Wochen nachziehen – ohne parallel den Alltag zu blockieren.

Wann ein IT-Sicherheitscheck sinnvoll ist

Ein IT-Sicherheitscheck ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie sich in einem oder mehreren dieser Punkte wiederfinden:

  • Sie können nicht klar sagen, wie „sicher" Ihr Unternehmen ist.
  • Sie nutzen VPN oder Fernwartung und sind unsicher, wie gut diese abgesichert sind.
  • Ihre Backups „laufen", wurden aber noch nie wirklich getestet.
  • Sie haben keine eigene IT-Abteilung, IT läuft „nebenbei".
  • Ihre IT-Landschaft ist über Jahre gewachsen, niemand hat den vollständigen Überblick.
  • Sie wissen von Vorfällen in Ihrer Branche und möchten nicht warten, bis es Sie selbst trifft.

Ein IT-Sicherheitscheck ist kein Luxus, sondern eine überschaubare Investition in Stabilität: Klarheit, Prioritäten und konkrete Maßnahmen – ohne monatelange Projekte oder 50-Seiten-Theorie.

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Hinweis: Der IT-Sicherheitscheck entspricht meinem Leistungsbaustein „Security/Process Quick Scan" auf der Leistungsseite. Dort finden Sie weitere Details zu Ablauf und Kosten.

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